
Wenn ein Angreifer einmal im Netz ist, sollte er sich nicht ungehindert bewegen können. In vielen Unternehmen seien die Netzwerke aber „flach“, so die Forensikerin, wer drin sei, komme überall hin. „Wenn ein Angreifer in einen Teilbereich eindringt, darf er nicht die gesamte Infrastruktur verschlüsseln können“, fordert Lang-Recht. Die Segmentierung des Netzwerks sei die wirksamste Maßnahme, um den Schaden zu begrenzen.
Der Faktor Mensch und Organisation
Technik ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die Expertin betont, wie wichtig es sei, auf den Notfall vorbereitet zu sein. Ein Unternehmen muss wissen, an wen es sich im Notfall wendet. Verträge, die garantieren, dass bei einem Angriff ein Expertenteam bereitstehen, sind für sie unverzichtbar.
Zudem müssten Verantwortlichkeiten klar geregelt sein. In der Krise sei keine Zeit für Kompetenzgerangel. Wer entscheidet, ob der Internet-Zugang gekappt wird? Wer kommuniziert mit Kunden, Lieferanten und gegebenenfalls der Presse? Wer informiert den Datenschutzbeauftragten? „Es gibt in der Regel immer eine Person, die kommunikativ die Führung übernimmt“, beobachtet Lang-Recht. Diese Rolle müsse nicht nur definiert, sondern auch trainiert sein – durch Krisenstabsübungen und Notfallsimulationen.
