
Allianz Commercial ist eine Tochter des Münchner Dax-Konzerns, das Unternehmen publiziert sein “Risikobarometer” alljährlich zu Jahresbeginn. Die Einschätzungen basieren auf der Befragung von 3.338 Fachleuten aus 97 Ländern im vergangenen Herbst. Darunter sind Führungskräfte und Manager anderer Unternehmen, Risiko- und Schadenberater, Versicherungsmakler, Experten von Branchenverbänden sowie auch Allianz-Mitarbeiter. Die Antworten der Befragten unterscheiden sich von Land zu Land, allerdings nicht grundlegend: So landeten die KI-Risiken in Deutschland auf Platz vier, in der Schweiz auf dem zweiten Rang, in Österreich dagegen sogar auf Platz eins.
KI Fluch und Segen zugleich
Die KI ist demnach ein zweischneidiges Schwert: Eine Mehrheit der Unternehmen sieht die Technologie als Chance, nicht zuletzt für die automatisierte Abwehr bösartiger Cyberattacken. Doch gleichzeitig sehen etliche der befragten Fachleute große Gefahren: KI berge ein immer schneller voranschreitendes Risiko, sagte Michael Furtscheller, der regionale Geschäftsleiter für Deutschland und die Schweiz – “vielleicht auch Fluch und Segen”.
KI erleichtert Tätern das Werk
Demnach nutzen Cybertäter KI unter anderem für die Perfektionierung von Social Engineering, um als Führungskräfte zu posieren und deren Untergebene zu täuschen. “Durch Schreiben von sehr zugeschnittenen E-Mails, dass man dort klicken oder sonst etwas tun soll, sei es mit Clonings oder der Generierung von Sprache, oder sogar der Fälschung von Videos”, erläuterte Michael Daum, Leiter der Cyberschaden-Bearbeitung. “Die große Mehrzahl der Angriffe, die wir sehen, erfordert nach wie vor das Zutun eines Menschen – in der Regel eines Mitarbeiters – den Angriff zu ermöglichen.”
